Natürlich ist es fast eine Pflicht, wenigstens einmal auch von den Essensgewohnheiten zu berichten, wenn man sich in einem fremden Land befindet. Gerade Länder, die nahe am Meer liegen, haben eine etwas andere Küche zu bieten als Mitteleuropa.
Die Mahlzeiten in Spanien sind total verschieden von den Mahlzeiten in der Schweiz. Zum Morgenessen erwarten einen Muffins, Kekse, Kuchen und Magdalenas, wenigstens noch etwas Toast, Kaffee und Milch. Dann allerdings vergeht einige Zeit, bis zum nächsten Happen. Das Mittagessen wird in Spanien erst nach 15:00 eingenommen, fällt dafür in der Regel auch ziemlich reichlich aus. Das Abendessen bekommt man frühestens um 21:00, gewisse Familien pflegen sogar, bis 22:30 zu warten. Die langen Zeiten überbrückt man individuell mit Snacks, da sind die Spanier nicht anders als die Mitteleuropäer.
Ein jedes Land hat Spezialitäten, die Ausländern vielleicht etwas seltsam vorkommen. Auf die französischen Froschbeine gehen wir nun nicht weiter ein, und ich wurde schon gefragt, ob das Essen von Zunge in der Schweiz üblich sei. Nun ja, immerhin mal was anderes als die ewigen Uhren, Käse und Schokoladen. Auch hierzulande bieten die Restaurants gewisse Speisen an, die mir auf den ersten Blick etwas speziell vorgekommen sind. Ein Beispiel sind "caracoles", oder zu gut Deutsch - Schnecken.
Was nun das Essen von Schnecken anbetrifft, so scheiden sich auch hierzulande die Geister. Es gibt Leute, die das nicht ausprobieren würden. Allerdings, so habe ich bemerkt, darf man sich von der Rohkonsistenz nicht abschrecken lassen - eine Forelle ist auch nicht sehr appetitlich anzufassen, wenn sie noch nicht verarbeitet wurde.
Caracoles können verschieden zubereitet werden. Meine wurden gekocht und anschliessend in einer kleinen Schüssel voll Öl serviert. Um den würzigen Geschmack der kleinen Dinger zu geniessen, muss man sie allerdings erst aus dem Häuschen holen. Mit Zahnstochern lassen sie sich relativ gut aufspiessen und rausziehen. Als Tapa, als Appetithäppchen, sind sie ideal (vorausgesetzt, dir vergeht von Schnecken nicht generell der Appetit), denn richtig satt machen sie nicht und zuviel willst du davon ohnehin nicht essen. An den (zugegeben nicht zahlreichen) Orten, wo sie serviert werden, bekommt man sie zudem oft als Kombiangebot mit einem Bier.
Ein beliebtes Fleisch in Sevilla ist Stierfleisch, und speziell bekannt der "cola del toro", also der Schwanz. Wer sich von der Schwanzform abschrecken lässt, kann auch die "croquetas" probieren. In Sevilla gibt es zudem zahlreiche Variationen von Hamurgern: Stierfleisch, Kängurufleisch oder Thunfisch sind nur gerade drei, die ich gesehen habe - einige Restaurants sind da sehr kreativ.
Pflicht während einem Spanienbesuch ist selbstverständlich die berühmte Paella, allerdings gibt es die in so vielen Variationen, dass man etwas aufpassen muss, wo man sie isst. Will man aber eine richtig spanische Paella geniessen, so darf man sich zumindest von Meerestieren nicht abschrecken lassen, sie sind normalerweise Bestandteil dieses Reisgerichts. Es gibt sie aber auch in vegetarischer Form oder mit verschiedenen Sorten Fleisch.
Und wenn einem die spanische Küche dann wirklich gar nicht behagt, dann muss man meistens nicht weit laufen, bis einem das weltbekannte, goldene M oder der freundlich lächelnde Mann aus Kentucky, der mit den Hühnern, entgegenstrahlen. Man ist ja schliesslich international.
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